Physiotherapie Moser & Klumpp

Therapie

Beckenbodenprobleme können behandelt werden!

Die Beckenbodenrehabilitation wird von einer diplomierten Physiotherapeutin oder einem diplomierten Physiotherapeut mit einer zusätzlichen Weiterbildung in Beckenbodenrehabilitation durchgeführt. Die Therapie findet in einer Einzelbehandlung statt. Dazu benötigen Sie eine ärztliche Verordnung von Ihrem Hausarzt, der Gynäkologin oder dem Urologen. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Ärztin/Ihren Arzt auf mögliche Beschwerden anzusprechen. Beschwerden im Bereich des Beckenbodens sind sehr häufig.
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Eine Therapie kann Ihre Lebensqualität deutlich verbessern!
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Was beinhaltet die Beckenboden-Therapie?

Die Beckenbodenrehabilitation ist eine ganzheitliche, dem individuellen Hauptproblem angepasste Therapieform.
Die Massnahmen der Beckenbodenrehabilitation umfassen drei Elemente:

  • Wahrnehmungsschulung: Es gilt, die in einem Tabubereich unseres Körpers verborgene Beckenbodenmuskulatur wahrzunehmen und aktivieren zu lernen. Dies ist die Voraussetzung für ein gezieltes Muskeltraining.
  • Gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur: Um einen genügenden Verschluss der Harnröhre und eine indirekte Hemmung der Blase zu erreichen ist ein gezieltes Training von Kraft, Ausdauer und koordiniertem Einsatz der Beckenbodenmuskulatur notwendig.
  •  Instruktion: Verhaltensstrategien, wie Anpassung des Trink- und Miktionsverhalten (Dranginkontinenz), Hebetechniken (Belastungsinkontinenz) Entlastungsstellungen (Senkungsbeschwerden) werden erarbeitet und die Übungen werden in den Alltag, z.B. beim Sport integriert.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Beckenbodenrehabilitation ist eine exakte Diagnosestellung und Indikation, sowie die Motivation der Patientin.

Ablauf der Therapie

In der ersten Sitzung versuchen wir anhand detaillierter Fragen, ein möglichst deutliches Bild von Ihren individuellen Beschwerden zu gewinnen.  Danach plant die Physiotherapeutin zusammen mit Ihnen die weitere Untersuchung und zeigt Behandlungsmöglichkeiten auf, die Ihrem Problem angepasst sind. Bis zur folgenden Sitzung werden Sie gebeten, über zwei Tage ein Protokoll (Download Trink- und Miktionskalender)über Ihr Trinkverhalten und das Wasserlösen zu führen. Eventuell lassen sich Ihre Beschwerden bereits durch eine Optimierung der Trink- und Toilettengewohnheiten lindern. Mit der Physiotherapeutin zusammen können gegebenenfalls Strategien für ein besseres Flüssigkeitsmanagement entwickelt werden. Eine Beurteilung Ihres Beckenbodenstatus ist die Basis für eine zielgerichtete Behandlung. Daher wird in der Regel - nur mit ausdrücklichem Einverständnis der Patientin - eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Diese gibt Aufschluss über Kraft, Ausdauer und Schnellkraft der Beckenbodenmuskulatur und ob diese selektiv und symmetrisch angespannt werden kann. Ziel der einfachen vaginalen Inspektion und Palpation ist eine noch spezifischere Planung der weiterführenden Behandlung.
Elektrostimulation mit Biofeedback
Hat die Patientin bereits ein sicheres Gefühl für Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, so kann direkt mit Beckenbodenübungen begonnen werden. Je nach Befundergebnis wird nun die Kraft oder die Kraftausdauer trainiert und mit Variation der Ausgangsstellung oder der Übungsgeräte gesteigert. Völlig unauffällig, ob im Tram, in der Warteschlange oder beim Telefonieren: sie können völlig unauffällig, jederzeit und überall trainieren. Wenn Sie Ihren Beckenboden noch gar nicht richtig spüren können, oder wenn die Beckenbodenübungen alleine nicht den gewünschten Erfolg bringen, unterstützen wir die Beckenbodenrehabilitation mit Elektrostimulation. Damit kann man einen kaum spürbaren Beckenboden wieder wahrnehmbar machen. Eine Messsonde in der Scheide gibt Impulse an die Muskulatur Ihres Beckenbodens, worauf diese mit einer gut spürbaren Anspannung reagiert. So lernen Sie wieder, wie sich ein richtig angespannter Beckenboden anfühlt und können versuchen, das nachzumachen. Die Elektrostimulation wird auch eingesetzt zur Blasenmuskelberuhigung oder zur Schmerzreduktion bei chronischen Beckenbodenschmerzen. Sobald Sie in der Lage sind, den Beckenboden auch ohne Hilfe der Elektrostimulation gut spürbar anzuspannen, kann mit dem eigentlichen Beckenbodentraining begonnen werden. Dieses kann mit Biofeedback unterstützt werden, was eine visuelle oder auditive Kontrolle erlaubt. Mithilfe von Biofeedback kann die Muskelaktivität im Beckenboden auf dem Bildschirm dargestellt werden. Dies ermöglicht der Frau eine bessere Muskelkontrolle indem Sie die Anspannung der Muskulatur im Ruhezustand und während Bewegungen (zum Beispiel Husten, Bücken, Heben) trainiert und am Bildschirm kontrolliert. Das Biofeedback dient auch zur Überprüfung des Therapieerfolges. Es besteht die Möglichkeit, die Geräte für Biofeedback und Elektrostimulation zu mieten. Wir informieren Sie gerne über den Ablauf.
Senkungsbeschwerden lassen sich nur bis zu einem gewissen Schweregrad mit Beckenbodentherapie lindern. Ziel der Therapie ist die Kräftigung der gesamten Beckenbodenmuskulatur, damit diese die Organe im Becken wieder besser stützt und trägt. In der Therapie lernen Sie, wie Sie unnötige Belastungen Ihres Beckenbodens im Alltag vermeiden können. Verhaltensmassnahmen im Alltag, Haltungsschulung eventuell Hilfsmittelabklärung wird mit Ihnen besprochen. Ein Leben lang allen Muskeln Sorge tragen und sie trainieren – das beginnt im täglichen Leben zu Hause, bei der Arbeit oder beim Sport. Den Beckenboden schützen durch Aufrichten der Wirbelsäule und beckenboden- und rückenschonendes Ausführen der Alltagsaktivitäten.

Wichtig für uns und grossen Wert legen wir während der gesamten Behandlungszeit auf eine persönliche und vertrauensvolle Untersuchung und Behandlung.
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Die Resultate der Beckenbodenrehabilitation zeigen bei 60 - 70% der Patientinnen eine Besserung innerhalb einer Behandlungsphase von 3-6 Monaten. Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist das regelmässige Üben zu Hause.